Cordova, Javier Andrade, m, geb. 23. 11. 66, in Cuenca, Ecuador. Staatsangeh.: ecuadorianisch. 8485: Studium der russischen Sprache und Mathematik, 8588: Musikalische Grund-ausbildung, 8692: Diplom für Mathematik, 8790: Schauspieltraining, 8792: Gesangsunterricht, 9091: Mitglied des Ensembles Teatro Estudio de Quito, 9397: Staatliches Diplom als Theater- und Opernregisseur an der Bayerischen Theaterakademie und Hochschule f. Musik und Theater, München, 9397: Regie-Seminare bei P. Zadek, J. Flimm, D. Pountney, A. Reinhardt, J.P. Lecat, 9394: Regie-Praktikant an der Bayerischen Staatsoper, München, 96: Stipendium der Bayerischen Theaterakademie, 97: Stipendiat der Schwäbischen Kunstakademie, seit 99: Dozent für Regie und Schauspiel, Leiter der Improvisations- und Performance-Werkstatt an der Athanor Theater- und Filmakademie, Burghausen, 2001: Gasvorträge im Museum für zeitgenössische Kunst, Cuenca und im Haus der Kultur Ecuadors, Quito, seit 95: tätig als selbstständiger Regisseur, Video- und Performance-Künstler in interdisziplinären Projekten.
Dehio, Romo, m, geb. 7. 8. 82, Computermusik, Cello, Schlagzeug, Videokünstler.
Dieterich, Babette, f, geb. 72 in Stuttgart, studierte Gesang an der Musikhochschule Karlsruhe. Einige Jahre als Lyrikerin, Chansonschreiberin und -sängerin tätig. Auftritte im klassischen Bereich, mit improvisierter Musik, Performance und dem eigenen Programm Femme Totale, deutsche Chansons der 90er. Lesungen und Teilnahme an Poetry Slams.Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften und Anthologien, z.B. im Karlsruher Lesebuch. Ihr Lyrikband Zwidylle wurde im Frühjahr 2000 bei Libri Books on Demand gedruckt. Sie erhielt im Herbst 2000 den ersten Preis im Wettbewerb für junge Schriftsteller des Verbandes fränkischer Schriftsteller. Im März 2001 erschien ihr erster Prosaband Wesenszügel, 53 Personenskizzen im Alkyon Verlag, Weissach. Seit Oktober 2000 wohnt sie in München und arbeitet als Werbetexterin. Ein neuer Gedichtband und eine längere Erzählung sind in Arbeit.
Döpfer, Ulrike, f, Tanzausbildung in München, Mitbegründerin des experimentellen Metatheaters. Zusammenarbeit mit Jerzy Grotowsky, Yoshi Oida u.a. Seit 90 internationale Gastspieltätigkeit als Schauspielerin. 94 Stipendiatin des Bunkacho Fellowship for Artist from Abroad in Japan. Regie- und Performancearbeiten.
Echtzeit-Ensemble, n, Zentrale Idee und gemeinsame Profession dieser
interdisziplinär zusammengesetzten Gruppe ist ein starkes Interesse an
der Kunst und an der Entwicklung von Überprüfungsverfahren aktueller
Kunstbegriffe ausgelöst durch eine Lust an der Realisierung von
Ideen und Konzepten der künstlerischen Avantgarde. In den Fragestellungen,
den Lösungs- und Artikulierungsansätzen, den Formen der Präsentation
und dem Einsatz von künstlerischen und technischen Mitteln gibt es keine
Vorlieben.
Die Gruppe ist bereit, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten bei der Realisierung
von Ideen anderer Künstler und Künstlerinnen in Kooperation einzusetzen.
Es ist ein philosophisches Ensemble, das in seltsamen Jetztbereichen
operiert.
Echtzeithalle, f, Ziel des Projektes Echtzeithalle ist es, sich als international anerkannten Ort zeitgenössischer Musik und Kunst zu etablieren, der die kulturellen Entwicklungen der Gegenwart und Zukunft mitbestimmt. Zentrale Aufgabe der Echtzeithalle ist die Realisation von Musikprojekten unter dem besonderen Aspekt der interdisziplinären Zusammenarbeit mit allen Bereichen der Gegenwartskunst. Die Projektgruppe Echtzeithalle erforscht die Jetztbereiche der Kunst. www.echtzeithalle.de (Bernhard Thurz)
Echtzeithalle e.V., m, gegründet 5. Juli 99 in München
von sieben Künstlern, Musikern und Ingenieuren der Gruppe Experimentelle
Musik und Kunst (seit 93) im Rahmen ihres Projektes > Echtzeithalle
im Einstein München (95 - 2000).
Zweck des Vereins ist die Förderung von Gegenwartskunst, besonders im Bereich
der Experimentellen und Neuen Musik unter Einbeziehung von Tanz, Theater, Literatur,
Bildender Kunst und Neuen Medien, auch in interdisziplinären, multimedialen
und multikulturellen Formen. Dieser Zweck wird erreicht durch die Erarbeitung,
Einstudierung und Aufführung von Kompositionen, Inszenierungen, Installationen
und anderen Darstellungsformen zeitgenössischer Kunst und Musik, die im
>Musiklabor, sowie in ähnlichen Veranstaltungsorten in München
und anderen Städten stattfinden. Weiterer Zweck des Vereins ist die Förderung
von Kunst und Wissenschaft. Dazu gehört der Aufbau eines Musiklabors in
München mit den Aufgabenbereichen Klangforschung, Entwicklung neuer Musikinstrumente,
Entwicklung neuer Kompositions- und Performance-Techniken, Computermusik, Neue
Medien, wobei auch die Zusammenarbeit mit Musikhochschulen, Universitäten,
Kunstakademien etc. angestrebt wird. Zu diesem Zweck gehört auch die Dokumentation
und Veröffentlichung der künstlerischen, kunstwissenschaftlichen und
kulturpolitischen Arbeiten des Vereins. Ergebnisse aller Arbeitsbereiche werden
in Form von Zwischenberichten, Fes-tivals, Symposien und anderen Veranstaltungformen
an die Öffentlichkeit gebracht. Der Verein kann sich im übrigen mit
allen Fragestellungen befassen, die mit zeitgenössischer Kunst und Musik
zusammenhängen.
Die Echtzeithalle e.V. ist eine gemeinnützige, besonders förderungswürdige
Körperschaft für kulturelle Zwecke. Das Girokonto der Echtzeithalle
e. V. ist bei Stadtsparkasse München: 88110374 (BLZ 701 500 00). Spendenbestätigungen
werden für jeden Betrag ausgestellt.
Adresse: Echtzeithalle e.V., Luisenstr. 37a, 80333 München, Tel. 089 /
2721856, Fax 089 / 2717330, dieter.truestedt@echtzeithalle.de
Publikationen: Edition Echtzeithalle München
Echtzeithalle, Arbeitsgruppe, f, arbeitet seit 93 an Projekten
der Experimentellen Musik und Kunst: Graphischen Computermusik (93-94),
Video-Installationen und experimentelle Computermusik (95-96), Farblichtmusik-
und Tanz (96), Klang- und Licht-Installationen (München, Einstein
97), Installationen und Performances (Events im Einstein, 97), Experimentelles
Musiktheater und Licht- und Klang-Installationen (Einstein, 98), Gründung
der >Echtzeithalle, Konzert, Installationen, Kunst-Objekt (Einstein, 98),
interdisziplinäre Projekte Musik und Kunst, Ausstellungen (Einstein, 98
- 99), Akustische Kunst und Computer, Musiktheater (Einstein, 99-2000),
>Montagsgesprche (seit 99 im Einstein und seit Herbst 2000 im
> Musiklabor), Projekt Echtzeit 2000 mit Performances und Ausstellungen (Einstein,
2000)
Die Gruppe Echtzeithalle war Gastgeber: Ruth Geiersberger, Angela Dauber, Cle-mens
Merkel, Joseph Gallus Rittenberg, Cornelie Müller, Valeri Scherstjanoi,
Micha Purucker, Amos Hetz u.a.)
Die Professionen der Gruppe Echtzeithalle sind wie die künstlerischen
Konzepte interdisziplinär: Musik, Tanz, Theater, Physik, Biochemie, Medizin,
Ingenieurwissen-schaft, Computertechnik.
Förderverein Echtzeithalle e.V., m, Zweck des Vereins ist die Förderung
von Kunst und Kultur, insbesondere die Förderung von Projekten zeitgenössischer
Kunst, die in der >Echtzeithalle entstehen oder aufgeführt werden. Dazu
gehören Musik, Tanz, Theater, Bildende Kunst, Literatur, Performance und
Neue Medien auch in interdisziplinären und multimedialen Formen.
Der Förderverein Echtzeithalle e.V. ist eine gemeinnützige, besonders
förderungswürdige Körperschaft für kulturelle Zwecke. Das
Girokonto des Fördervereins Echt-zeithalle e.V. ist bei Stadtsparkasse
München: 908122138 (BLZ 701 500 00). Spendenbestätigungen werden für
jeden Betrag ausgestellt.
Adresse: Luisenstr. 37a, 80333 München,
joerg-schaeffer@gmx.de
genetic art, mix, Vertonung viraler und plasmidischer, linearer und
zirkulärer, sowie einzel- und doppelsträngiger DNA- und RNA-Moleküle
als Duos für Klavier und Streicher, sowie für Solo-Streicher von Jörg
>Schäffer. Klavier: Jill >Richards, Violine: Katrin >Wollenweber,
Viola: Clarissa >Miller, Cello: Graham >Waterhouse. Im Vertonungsvorgang
werden die Ketten (im vorliegenden Fall ca. 800 bis 1.200 Nukleotide) zunächst
segmentiert. Dabei wird bereits ein Zeitschema erhalten, in dem die individuellsten
Segmente zuerst, die allgemeinsten Segmente der Sequenz zuletzt
angeordnet sind. In einem zweiten Schritt werden sehr kurzen Nukleotid-Folgen
(2, 3 oder 4 sog. Basen) charakteristische Intervalle bzw. Intervallfolgen zugewiesen.
Die jeweilige Intervallrichtung und die Dynamik des Stückes zentrale
Gegenstände der künstlerischen Auseinandersetzung werden nach
tonalen, musikdramaturgischen und instrumentalen Gesichtspunkten und Grenzen
festgelegt.
Genetic Art versteht sich auch als Spezialisierung der Scientific Art, deren
Ziel die ästhetische Überprüfung wissenschaftlicher Sachverhalte
ist.
Genetic Art lässt sich von mehreren Seiten her definieren: 1. Genetisches
bzw. gentechnisches Arbeitein, wie z.B. Klonieren kann als ästhetischer
Vorgang zur Erzeugung einer besonders schönen Nukleotidsequenz,
eines besonders schönen Proteins, eines besonders schönen
biochemischen Regelkreises oder eines besonders schönen Lebewesens
aufgefasst werden. Die Vermittelbarkeit der Ergebnisse und die ethischen Implikationen
bleiben zunächst unberücksichtigt. 2. Die Nutzung biologischer Äusserungsformen
genetischer Information (z. B. Fingerabdrücke, Haar-, Hautfarbe oder -falten
etc.) als künstlerisches Material. 3. Die Nutzung der Formangebote genetischer
Information. Die vorliegenden Vertonungen beziehen sich auf diesen 3. Punkt.
Materialvorgabe dabei sind die in der wissenschaftlichen Literatur vorfindbaren
Nukleotid- und Proteinsequenzen, die als Buchstabenketten variabler Länge
(von ca. 300 bis einige Millionen) publiziert werden.
Hermesprojekt, n, ein Prozess. Sowohl ein fortlaufendes experimentelles
Arbeitsfeld visueller und akustischer Präsentation als auch wortspezifisch
den ZeitRaum von den Olympiern bis hin zum Aufbruch in neue Dimensionen und
vor allem den aus Überschneidungen und Unschärfen sich ergebenden
Situationen und Ortsereignissen bestehendes Projekt.
Metaphern- und collagenartige Bilder werden bewusst derart offen behandelt,
dass sich bei jedem einzelnen Betrachter sein, von der eigenen Phantasie gesteuertes
Bild einstellen kann.
Elemente aus Performances und Installationen zehnjähriger Tätigkeit
fließen unbemerkt ein und stellen einen unbewusst sich mehr und mehr verdichtenden
Raum her. Visuelle und akustische Form ergänzt sich oft auch im Kontrast.
Statische, zeitlose Installation überlagert Geräuschereignis. Patternform
akustisch wie visuell versöhnt sich mit der geschwätzigen
Vergänglichkeit.
Klangwelt unter der Lupe, mix, ein Versuch mit elektronischen Mitteln den Klang während seiner Erzeugung zu überformen. Im weiten Raum der >Reaktorhalle, in welcher der Cellist als einsames Individuum tätig ist, wird die Musik in ihrer physischen Erscheinungsweise unterschiedlich interpretiert und gewandelt. So wird zum einen ein ganzes Stück (B. Britten, Suite Nr. 1) verstärkt wiedergegeben, zum anderen ist (in M. Lindbergs Stroke) Live Manipulation des Timbres angesagt. In K. Saariahos Petals dagegen wird der Klang jeder einzelnen Cellosaite durch einen separaten Lautsprecher wiedergegeben. Klangliche Mikrostrukturen treten klar hervor und ein plastischer Blick in die Welt des erzeugten Klangs wird erreicht. Konzept: Graham Lack
Miller, Clarissa, f, Viola, studierte Viola bei Jorge Sutil und Kammermusik bei Urs Stiehler in München. Später setzte sie ihre Studien bei Nora Chastain in der Künstlerischen Sonderklasse in Stuttgart/Reutlingen fort. Es folgte ein dreijähriges Masterstudium am Peabody Conservatory of Music of the John Hopkins University in Baltimore, USA: Viola bei Paul Coletti und Roberto Diaz. Kammermusik bei Earl Carlyss (Julliard String Quartett) und Leon Fleisher. Sie schloss ihr Studium mit dem Graduate Performance Diploma ab, ist seither als freie Kammermusikerin tätig und unterrichtet Viola/Violine an der städtischen Sing- und Musikschule, München.
Lichträume, mpl, Performance. Ulrike >Döpfer: Dramaturgie,
Choreographie, Tanz. Dieter >Trüstedt: Computerfilm, akustische und
elektronische Musik.
Der Licht- und Klangkünstler Dieter >Trüstedt und die Tanzdarstellerin
Ulrike >Döpfer arbeiten seit 5 Jahren in verschiedenen Performanceprojekten
an einer Ästhetik, der das Zusammenspiel von virtuellem Bühnenbild,
Licht- und Datenprojektion, Tanz und Originalmusik zugrundeliegt. (Zuletzt Zeitbänke,
>Reaktorhalle München 2001).
Die Bildsprache der Lichträume steht bewusst in der Tradition von Konstruktivismus
und Bauhaus: Licht und Schatten werden zum Thema. Gegenläufig zur gängigen
Medienästhetik liegt der Reiz dieser Performance in der strengen Reduktion
der gestalterischen Mittel.
Der abstrakte Schwarzweißfilm mit einfachen geometrischen Formen und Überschneidungen
kontrastiert das projizierte Schattenbild der Tänzerin. Die Choreographie
bezieht sich auf die Urerfahrung des Spiels mit dem Schatten, auf die Doppelexistenz
Körper-Schatten, Mensch-Abbild, Subjekt-Objekt. Die Ausformungen der Bilder
durch den Tanz, die Flüchtigkeit der Formen im Zusammenspiel mit spontanen
akustischen Kommentaren bilden das künstlerische Potential.
Die Mittel der modernen Technologie Computer, Programm, Datenprojektion,
Elektronik dienen dem sinnlichen Ausdruck, der nicht ausschließlich
auf der Seite des Körperlichen und Komplexen, sondern durchaus auch auf
der Seite der Abstraktion wahrzunehmen ist.
Montagsgespräche der >Echtzeithalle im Musiklabor, pl, seit 99, sie sind öffentlich und finden wöchentlich im Hörsaal des Musiklabors der Hochschule für Musik und Theater in München statt und werden von > Echtzeithalle e.V. organisiert. Die ausgewählten Themen der Impulsvorträge sind aus erster Instanz, also von Beteiligten vor allem Künstler. Die Montagsgespräche thematisieren weniger die Inhalte der zur Zeit populären Event- und Hochglanzkultur als vielmehr die Kunst als Werkzeug der Erkenntnis und des Verstehens unserer Welt ein anspruchsvolles Werkzeug, das wir durchaus als gut gepflegt und geschärft verstehen, das dennoch jederzeit in seiner Funktions- und Wirkungsweise hinterfragt, neu durchdacht und vor allem eingesetzt werden muss.
Musiklabor, n, der Hochschule für Musik und Theater München,
Luisenstr. 37a/Ecke Gabelsbergerstr.
Als Grenzstein im Westen der Münchner Museumsmeile entsteht das Musiklabor
mit seinen Instituten und vor allem mit der Reaktorhalle (Musik- und Theater-Performances
der Gegenwart) und dem Hörsaal (Carl-Orff-Auditorium). Das Musiklabor gehört
heute zur Hochschule für Musik und Theater München.
Das Gebäude selbst wurde 53 als Laboratorium für
technische Physik erbaut und gilt als Keimzelle der Nuklearen Festkörperphysik
in Deutschland. Das Gebäude ist streng denkmalgeschützt.
Pirkmayer, Randolf, m, 42 56 Jäger und Sammler/Geige/humanistisches Gymnasium. 56 63 Schilehrer und Bergrennen/Bildergalerie. 63 70 Architekt Diplom-Ingenieur/experimentelle Musik Einstein Wien. 70 77 Architekt in München, Teheran, Jiddah. 77 84 Sarangi/Benares, Gründungsmitglied des FMZ München, Modellbauatelier, Gamelan Cara Bali, Entwicklung und Realisation von Instr-mentenbaukursen. 84 91 Experimentelle Musik, Aufführungen im Haidhausen Museum, TU-Mensa, Gongbaukurse, 91 98 Lehrauftrag Entwerfen FH Rosenheim, Klangobjekte, Installationen, Akustik -Performances, GrafikAusstellungen experimentelle Kunst, Aufführungen im FMZ, > Echtzeithalle, Akademie Tutzing, Gründungsmitglied des > Echtzeithalle e. V.
prime rouge, n, sing. jungfr., zweites gemeinsames unterfangen von jessica >billeter & wolfdieter >trüstedt. von grund auf stimmwegen & durchs morgenrot. wir erzählen. elektronische musik unmittelbar, musik aus texten direkt & indirekt, stimmcollagen, cinematographisches, farbbilder als echtzeitfilm, lichtstraßen & bewegung gabeln sich unentwegt. 9 bodenlose geschichten aus den letzten 9 monaten. eine reise durch den hörsaal der reaktorhalle bis nach mittelfrankreich & zurück. wir bildern & wildern mit rot.
Reaktorhalle, im > Musiklabor, München, f, Die Reaktorhalle
hat eine Grundfläche von 450 qm (ca. 15 mal 30 m) und eine Höhe von
ca. 15 m). Die Wände, die Decke und der Boden sind aus Beton und vollkommen
eben mit Ausnahme von 3 Rängen auf der Stirnseite. Die Atmosphäre
einer Maschinenhalle ist zwar für klassische Konzerte schwer vorstellbar,
regt aber sehr an für Projekte aus den Bereichen der zeitgenössischen
Musik- und Theaterperformance, der ex-perimentellen Musik und der Medienkunst.
Zur Zeit wird die Reaktorhalle für Aufführungen ausgebaut (Tribüne,
Sitzplätze, Licht- und Ton-Anlagen).
Richards, Jill, f, Jill Richards studierte an der Universität von
Kapstadt Flöte und Klavier. Als Trägerin verschiedener Preise, studierte
sie am Royal College of Music, London und setzte ihr Studium in den USA und
in Portugal fort.
Sie hat mittlerweile zahlreiche Aufnahmen im Südafrikanischen Rundfunk
eingespielt und hat an der Universität Witwatersrand, Johannesburg, Klavier
unterrichtet. Ihr Interesse gilt der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts, besonders
der Musik Südafrikas und des afrikanischen Kontinents. Ihr wurden zahlreiche
Werke gewidmet, und sie hat viele südafrikanische Stücke uraufgeführt.
Sie hat mehrere CDs mit zeitgenössischer Musik eingespielt; die letzte
Einspielung, cicada von Kevin Volans, erschien in London in April
2000. Ihre Konzerttätigkeit führte sie in die USA, nach Russland,
den Fernen Osten, und mehrere Länder Europas.
Schäffer, Jörg, m, geb. 59 in Bielefeld, Biochemiker und Komponist: scientific art und explorative Kunst und Musik, interdisziplinäres Arbeiten mit kybernetischen Methoden, Information als künstlerisches Material, Instrumentalimprovisationen, Musik für Theater-, Tanz- und Videoproduktionen. Gründungsmitglied des > Förderverein Echtzeithalle e.V. und des > Echtzeithalle e.V.
Schuller, Frieder, m, geboren 42 in Siebenbürgen, Rumänien, 6872 Zeitschrift Karpatenrundschau in Kronstadt, Veröffentlichung von Gedichtbänden, bis 78 Dramaturg und Regisseur am Staatstheater Hermannstadt, Ausreise in die BRD durch Vermittlung von Günter Grass, freier Schriftsteller, weitere Gedichtbände, 86 Andreas-Gryphius-Preis, Drehbuchautor und Filmemacher, Dokumentar- und Spielfilme (u.a. Im Süden meiner Seele, Spielfilm über Paul Celan), seit 92 Initiator und Leiter des interkulturellen Festivals Katzendorf, Rumänien. Lebt in München
Skizzenbuch BX, n, schon die Klavierartikulation für Erlangen 90 wies Züge eines öffentlichen Komponierens am Flügel auf, damals allerdings nicht ohne mithilfe der Projektionen eines Diascriptors (oder Overheadprojektors). Im Skizzenbuch BX sind derlei Züge jedoch kaum mehr zu übersehen, stellt es sich doch als großformatiges, zudem gut beleuchtetes Heft auf dem Notenpult dar, auf dessen Papierflächen jeder Hörer mitverfolgen kann, wie die Komposition Schritt für Schritt oder vielmehr Blatt für Blatt entsteht. Jederzeit kann notiert werden, was eben noch scheinbar nur probeweise gesprochen oder gespielt wurde. Und dieses Notieren oder Fixieren, also Schreiben ist selber eine auffallende, geradezu dramatische Aktion, wie übrigens schon das sonst eher lästige Umblättern.
Triptychon, n, 1. Nur für Stimme, 2. Nur scriptural, 3. Sciptophonie. Jeder Text ist zweistimmig, gruppiert Buchstaben, die zugleich Laute sind, strukturiert Visuelles, das zugleich Klangliches bedeutet. Im Triptychon ist dieser Fall erst im dritten Stück vorgesehen, einer Musica scriptophonica oder scriptophonischen Musik, in der umfassend demonstriert werden mag, was sonst nur verkürzt und gefiltert wiedergegeben wird. Die ersten beiden Teile hingegen spezialisieren sich einerseits auf den klanglichen und andererseits auf den visuellen Aspekt des Sprachprozesses. Dabei kann es zu unvermuteten Bedeutungsänderungen kommen, denn plötzlich ist der Stift nicht mehr nur Stift, sondern vielleicht ein Taktstock, der die befreiten Laute zu dirigieren sucht, statt nur auf sie hinzuweisen. Um so weniger lässt sich die Schrift beruhigen, beginnt zu zittern und zu gestikulieren.
Trüstedt, Wolf-Dieter, m, geboren 39 in Berlin. Studium der
Physik und 69 Promotion bei Prof. Maier-Leibnitz. Forschungsarbeiten am
Physikdepartment der Technischen Universität München bis 73.
Seit 73 freiberuflich als Forscher am und Künstler mit dem Material
Klang und Licht und allgemeine Kulturarbeit. Entwicklung von elektronischen
und akustischen Musikinstrumenten. 73 81 Stipendium der Engelhorn-Stiftung
zur Pflege und Förderung der Kunst.
Produktionen u.a. mit Ulrike Trüstedt, Angela Dauber, Tanzprojekt München
und Yoshi Oida, Paris. Aufführungen u.a. 71 Experimenta 4 Frankfurt,
71 Internat. Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt, 73 u. 78
IGNM Weltmusiktag Holland u. Finnland Schweden, 73 Städt. Galerie
Lenbachhaus München, 77 Europalia Brüssel, Stedeljik Museum
Amsterdam, 80 Musik unserer Zeit WDR Köln, 84 Pro musica nova
Rundfunk Bremen, 84 Phänomena Zürich, 90 u. 91 Zentrum
für zeitgenössische Musik Dresden.
Aufführungen mit Yoshi Oida in Berlin, Rom, Basel, Köln, Bologna,
Freiburg, Kampnagel Hamburg, Los Angeles, Black Box München, ICA London,
Festspiele Ludwigsburg, Brüssel, New York, Berliner Ensemble, Mexiko, São
Paulo, Verona.
Kunst- und Lichtkunstprojekte im öffentlichen Raum in München, Erlangen,
Berlin, Amsterdam, Utrecht, Ulm und Stuttgart. Lehraufträge an der HdK
Berlin und der Universität Ulm. Vorträge (u.a. Ars Electronica Linz,
GoetheInstitut Rom, Internat. Künstlersymposium Ulm) und Publikationen
(u.a. Ravensburg, DuMont Köln, Universität Ulm).
Verzogen unbekannt Schubert, mix, szenische Lesung mit Klavier. Die
beiden Sommer 1814 und 1824 musste Schubert einmal keine Sorgen um den Alltag
haben, er lebte in Ungarn auf des Grafen Esterhazy Schloß Szelisz, gab
den Komtessen Klavierstunden und hielt die Augen offen. Seine Briefe an die
Freunde in Wien beweisen das. Nun, er hätte auch Tagebücher schreiben
können, er tat es jedoch in seiner so beredten Musik.
Wie spielte sich das äußerlich überschaubare Leben eines nicht
weiter bemerkenswerten Musiklehrers auf dem Lande ab, welche Zeichen, Laute,
Farbkleckse oder Zwischenfälle fielen ins Notenpapier, um heute als erhabene
Opuszahlen durch die Konzertsäle zu schweben?
Schloss Szelisz war zu Schuberts Zeiten vierzehn poststationen von Wien entfernt,
gegenwärtig ist es mit dem Auto eine Tagesreise bis zum verfallenen Schloss
in der heutigen Slowakei. Die Besuche des Lyrikers Frieder >Schuller in der
Musik und im kargen Leben Schuberts wurden zu einer Art Sucht, die auch im Gedichtzyklus
franz schuberts nicht geschriebene und nicht verlorene tagebuchseiten auf schloss
szelisz zum Ausdruck kommt. Hans >Wolf am Klavier führt auf seine Weise
hinein in das Unsagbare, in die Klangwelt Schuberts.
VIRTUAL RE-ACTION, mix, Performance für Kameramann, Darstellerin
und DJ. Mitwirkende: Javier Andrade >Cordova: Konzept, Installation und Kamera,
Hans >Wolf: Komposition und DJ, Babette >Dieterich: Texte, Bettina Theil:
Tanz.
In einer Welt der zunehmenden Virtualität ist der Umgang mit Medien zur
Aufnahme und Übertragung von Bildern ein Verfahren, das sich längst
zu einem ganz alltäglichen kollektiven Mittel der Wahrnehmung von der Welt
und der Kommunikation entwickelt hat. Im Mittelpunkt von VIRTUAL RE-ACTION steht
das ganz durchschnittliche Mittel dieses Verfahrens: eine Videokamera. Diese
dient zugleich als Sender von Information aber auch als Überwachungsinstrument.
In der Welt der virtuellen Bilder, die mit der Kamera erzeugt werden, befindet
sich ein Mensch.
Waterhouse, Graham, m, (geb. 62) stammt aus einer Londoner Musikerfamilie
und lebt seit 92 in München, wo er als freischaffender Cellist und
Komponist tätig ist.
Seine musikalische Ausbildung erhielt er an der Cambridge University und an
den Hochschulen in Essen und Köln. Zu seinen Cellolehrern zählen Maria
Kliegel und Young-Chang Cho. Er ergänzte sein Studium durch Kurse u.a.
bei Janos Starker und Siegfried Palm. Gastcellist im Ensemble Modern
und Philharmonia Orchestra London. Mitglied des Klaviertrios Presence.
Eigenes Violoncellokonzert op. 27 mit UA in Toluca, Aufführungen in Mexico-City,
Gorkij, Weimar und Baden-Baden.
Als Dozent ist er bei Kammermusikkursen in Deutschland und England tätig.
2001 erschien seine erste CD in der Reihe Komponisten-Portraits
des Labels Cybele.
Wollenweber, Katrin, f, geb. 65. Erster Geigenunterricht mit 9
Jahren. Studien in München, in London bei Frances Masen und in Augsburg
bei Lydia Dubrovskaya. Examen im Jahre 89, Aufbaustudium.
Seither als freie Musikerin tätig. Rege Kammermusiktätigkeit, Duo,
Vl/Vc, Streichtrio und -quartett, Streicher-/Bläserbesetzungen. Mitglied
im Ensemble für neue Musik piano possibile, im Ballhausorchester
Deauville, in Münchens kleinstem Opernhaus in der Pasinger
Fabrik.
Wolf, Hans, m, absolvierte nach einem Klavierstudium incl. Meisterklasse
bei Professor Picht-Axenfeld in Freiburg ein Aufbaustudium in Musiktheorie,
Improvisation, neuer Musik und Liedbegleitung an der Musikhochschule, Jazz und
Arrangement am Konservatorium und FMZ in München.
Teilweise parallel dazu führte er ein komplettes Medizinstudium durch und
arbeitete anschließend als Arzt in der Hirnforschung.
Derzeit wieder ganz der Musik zugewandt sind sein Repertoire und seine musikalischen
Aktivitäten breit gefächert. Sie reichen von Soloprogrammen aller
Epochen, auch als Gesprächskonzerte, über (Ur-)Aufführungen zeitgenössischer
sowie eigener Musik, Musikkabarett und Musiktheater, -performance, Live-Stummfilmimporovisation
bis hin zu Aufträgen als Arrangeur für Bigbands, Hörspiele, Modeschauen,
Kunst- und Literaturvertonungen; Tätigkeit als Klavierpädagoge mit
neuen kreativitätsbetonten Konzepten; Anstellungen als Musikschullehrer,
Barpianist und Korrepetitor; Entwicklung und Leitung von Improvisations- und
Kompositionskursen.
Er ist Mitglied bekannter Ensembles: Haggard (Medieval Metal), N.I.E. (New Improvisors
Ensemble), Fractals und Trio Animali (neue Musik mit G. Geisse (g) und L. Hahn
(vl)), Trio Superstrada (polystilistisches Musiktheater mit S. Lanius (b) u.
M. Götz (voc)), Ensemble f. neue Musik, München.
Zeller, Hans-Rudolf, m, geboren 34 in Berlin. Studien in Freiburg und Köln. Seit 59 Essays, Artikel, Sendungen, Übersetzungen und experimentelle Texte. Mitarbeiter der Schriftenreihe Musik-Konzepte und der Zeitschrift für experimentelle Musik. Editionen: Schnebels Denk-bare Musik (72) und Cage Box (79). Xenakis-Ausstellung in Bonn (74). Veranstaltungsreihe über Musik der anderen Tradition (Bonn 81), über das Gesamtwerk von Alban Berg (Kalkutta 85 / München 86), über Edgar Varese und Ferruccio Busoni (Sofia 94). Entwurf einer kinematologischen Literatur in verschiedenen Dimensionen: Textbänderoperative Texte-Hand-Schriften-Versuche für Sprechorgane u.a. Blablamata (63), kinem kontexte (65), kinem X. Seit 76 Medienkompositionen (Marx-Mill, Schallplattenmusik) sowie Sprech-Schriften und Stücke für Stimme(n) und Diascriptor(en) (u.a. DENKFIGUR, DIA-LOG, Essay über Klänge, ohne abzusetzen, Klavierartikulation). In den 90er Jahren Vortragsreihen über werkspezifische Mikrotonsysteme und Modelle der Medienkomposition. Husserl-Töne für Sprecher und Diaprojektionen. Arbeiten zum Projekt Schrift-Laut-Musik mit Videoproduktionen (Scriptophonie). 99 Sendereihe über Kriterien der experimentellen Musik.