
Bericht 2001 Echtzeithalle München. Zusammenfassung
Jessica Billeter. Pressebild.
Pressetext zu Echtzeit 2001 & Bild aus Zeitbänke
Süddeutsche Zeitung SZ Extra 27.Sept. 2002. Ankündigung.
Fotos aus den Proben für die Presse
Kritik in der Süddeutschen Zeitung 5. Oktober 2001 zu
genesis-sequence.one
genesis-sequence.one. Texte und Bilder.
Hermes Projekt 3. Texte und Bilder.
Projekt ZEITBÄNKE. Texte und Bilder
Hearing 2001. Texte und Foto.
Musikprojekt München. Erster Entwurf. Textverweis
zur 2. Fassung.
Montagsgespräche 2001. 44. bis zum 80. Montagsgespräch.
Liste und Fotos.
Veröffentlichungen.
Varianten des Hörsaales im Musiklabor, Luisenstr. 37a,
München.
Echtzeithalle als Träger des Pfingstsymposions.
Fotos und Vorbericht.
Glossar: Alle Begriffe zu Echtzeit 2001 als Lexikon. Vitae.
Bericht 2001 Echtzeithalle München
Das Jahr 2001 war geprägt durch die
Aufführungsreihe Echtzeit 2001 vom 3. bis 6. Oktober 2001 in der Reaktorhalle München mit 5 Uraufführungen, 2 Improvisations-Performances, einer Art-Lecture und einer Installation. Es waren 8 Autoren (Komponisten, Regisseure, Künstler) und 23 Interpreten (Musiker, Darsteller, Tänzer, Sprecher) beteiligt. Echtzeit 2001 wurde in der Presse mit eigenem Text angekündigt und gut besprochen.
Dokumentationsvideos: 1. genesis-sequence.one, 2. Hermes-Projekt und 3. Zeitbänke
36 Montagsgespräche mit Impulsvorträgen von 18 verschiedenen Künstlern. Das Konzept der Montagsgespräche ist im Papier Konzept, Vita, Vorschau 2002, Adressen der Echtzeithalle beschrieben. Die Teilnehmerzahl lag zwischen 15 und 60. Die Gespräche fanden vor allem im Hörsaal des Musiklabors statt. Alle Gespräche wurden von Beispielen, Projektionen bzw. Live-Aktionen begleitet.
Das Hearing 2001 zur kulturellen Tätigkeit schöpferischer Künstler in München mit dem Schwerpunkt Musik (23. April 2001) ist in diesem Papier gesondernt beschrieben. Die wortgenaue Mitschrift ist im Internet nachzulesen: www.echtzeithalle.de.
Das Musikprojekt München ist eine Initiative der Echtzeithalle und wurde in Zusammenarbeit mit der MGNM und dem Kulturreferat der LH München zur Beschlußvorlage für den Stadtrat ausgearbeitet.
Die Echtzeithalle veranstaltete mit dem Forum Experimentelle Musik und Computer jeden letzten Sonntag im Monat ein Künstler-Treffen im Musiklabor zum direkten Gedankenaustausch über die künstlerische Computer-Arbeit.
Die Theoriegruppe der MGNM (Münchner Gesellschaft für Neue Musik München) arbeitete in unseren Räumen regelmäßig unter anderem zur Ausarbeitung des Symposiums 2001.
Wesentliche Arbeit im Jahr 2001 war der Ausbau des Büros und des Labors der Echtzeithalle im Institutsgebäude Musiklabor (Hochschule für Musik und Theater München) in der Luisenstraße.
Die Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik und Theater besteht vor allem in unserem Angebot, Techniken der elektronischen und experimentellen Musik sowie unser Wissen in computergesteuerten Bühnenbild-Projektionen zu vermitteln. Ein großer Teil der Arbeit ging in die Konzepte für den Umbau des Hörsaales zu einem Ort der experimentellen und interdisziplinären Performance mit der Realisierung voraussichtlich im Jahr 2002/3.
Die Trägerschaft für das Pfingstsymposion München bedeutet instrumentelle Mithilfe in der Münchner freien Kunstszene. Das Pfingstthema 2001: Schöpfungslust. Aufführungen im Musiklabor München.
Jessica Billeter (Ballett-Nürnberg), Probenarbeit zu genesis-sequence.one, Reaktorhalle München, 1okt01
ECHTZEIT 2001 Musik und abstrakter Film
findet vom Mittwoch 3. bis Samstag 6. Oktober 2001
in der Reaktorhalle, München, Luisenstr. 37a, statt.
Der Begriff Echtzeitkunst artikuliert eine Kunst-Form, die die Spontaneität,
die Kraft des Momentes, die Arbeit im Jetztbereich und den unmittelbaren künstlerischen
Impuls (in der Aufführung) zur Bedingung hat.
Das Thema von Echtzeit 2001 ist Musik und abstrakter Film im interdisziplinären
Zusammenwirken mit Tanz, Performance, Text, Sprache und Installation.
Der Begriff Musik steht hier für die experimentelle, explorative und improvisierte
Musik - sowohl rein akustisch (Klavier, Stimme, Kontrabass, Flöten etc.)
als auch elektronisch verstärkt (moderne Chin-Musik und Sprache)
und rein elektronisch (Computer-Synthesizer).
Es werden 6 Arbeiten vorgestellt:
Die Tanz- und Musikperformances GENESIS und ZEITBÄNKE, sowie die SCHRIFT-LAUT-MUSIK
sind Uraufführungen, HERMES PROJEKT, MUSIK- UND BILDIMPROVISATION, sowie
GENETIC ART sind als Work in Progress konzipiert. Die Foyer-Installation zeigt
SPRECHSCHRIFTBILDER. Die Art Lecture handelt von der Vertonung von Viroid-Sequenzen
(Genetic Art).
Aus Zeitbänke von Ulrike Döpfer und Dieter Trüstedt, Probenfoto Reaktorhalle München 25sep01
Süddeutsche Zeitung / SZ Extra / 27. September - 3. Okktober 2001

Zeitbänke / Schrift-Laut-Musik / Protein, viroids, virus & plasmid / genesis-seuence.one
Reaktorhalle, Zeitbänke, Tanz: Ulrike Döpfer, Computerfilm und Musik: Dieter Trüstedt, Echtzeit 2001, 4. Oktober 2002

Reaktorhalle, Schrift-Laut-Musik Hans Rudolf Zeller, Echtzeitprojektion von Sprechen, Schreiben, Löschen Echtzeit 2001, 4. Oktober 2002

Reaktorhalle, Protein, viroids, virus & plasmid Klaviermusik für 1 und 2 Klaviere Jörg Schäffer, Jill Richards, Peter Brower Echtzeit 2001, 5. Oktober 2002

Reaktorhalle, genesis-sequence.one Musik- und Tanzperformance, Jessica Billeter, Alexander Schilling, Dieter Trüstedt Echtzeit 2001, 3. Oktober 2002
Süddeutsche Zeitung, 5. Oktober 2001, Aktuelle Kritik, Seite 24

Gemeinsame Arbeit von Jessica Billeter, Alexander Schilling, Dieter Trüstedt
& Hans Wolf. Annäherung an die Schöpfungsgeschichte. Erst ein
Anfang & nicht erschöpfend. Ein naiv chronologischer Versuch über
7 Tage in 7 x 7 Minuten.
Die cinemathographischen Elemente, die Musik, der Text, sowie Licht und Bewegung
von genesis-sequence.one wurden unabhängig voneinander in München
& Nürnberg entwickelt, um dann unmittelbar im leeren Raum der Reaktorhalle
einen gemeinsamen Assoziationsrahmen zu finden.
Uraufführung:
3. Oktober 2001 20 Uhr Reaktorhalle München, Echtzeit 2001

Bühne, am Flügel Hans Wolf, Computer-Film Dieter Trüstedt

Jessica Billeter, Tanz der Blätter in genesis-sequence.one
Jessica Billeter, Tanz, Choreographie, Texte
Alexander Schilling, Regie, Textregie, Lichtregie, Texte
Dieter Trüstedt, Konzeption, Chin-Musik, Komposition, Computer-Filme
Hans Wolf, Komposition, Klavier
Klaus Kreitmayr, Licht
Bernhard Thurz, Video- und Tonmitschnitte





Jessica Billeter, Tanz des 5. Tages in genesis-sequence.one
Echtzeitverschiebung work in progress.
Randolf Pirkmayer, Jörg Schäffer, Gabriele Herrmmann, Romo Dehio,
Inge Salcher
Uraufführung:
4. Oktober 2001
Reaktorhalle München
Das Hermes-Projekt knüpft in moderner Form an die Tradition des Stummfilms
an: Improvisierte Musik wird von projizierten bewegten Bildern einer live-Video-Kamera
begleitet. Bilder und Musik sind teilweise vorbereitet entfalten sich vollständig
jedoch erst im Moment des Zusammenspielens. Hören und Sehen werden im Hermes-Projekt
in ihren ursprünglichen Formen angesprochen:
Die Musik langsam, spärlich, klangbewußt, im Zusammenspiel sich nähernd
und entfernend, die Bilder assoziativ, sprunghaft, schillernd und verlockend
erklären und verbergen gleichzeitig Musik und Situation. Die narrative
Schicht wird durch das Entsaften einer Ananas eingezogen. So wird die zuweilen
dissoziative Situation, realitätsbezogen durchbrochen. Die Welt von Hermes:
Ahnung, Hoffnung, Wunsch und Gier und ihre Auflösung sind Thema der Performance.




Aufnahmen aus dem Hermes Projekt: Bernhard Thurz, Videobilder
ZEITBÄNKE
wird seit 1997 von dem Licht- und Klangkünstler Dieter Trüstedt und der Tanzdarstellerin Ulrike Döpfer das Zusammenspiel von abstrakten Lichtprojektionen mit Originalmusik und Tanz untersucht. Die immer neuen Versuchsanordnungen im Mittelpunkt stehen diesmal schwarz-weiße Zeichen, die sich fließend verändern bilden das künstlerische Ausgangsmaterial. Dieser abstrakte Film kann als Partitur für Musik und Tanz verstanden werden. Die Choreographie bezieht ihre Spannung aus dem unmittelbaren Reagieren der Tänzerin auf die Zeichen und das gleichzeitige Brechen und Neugestalten der Bilder. Der Rhythmus der sich verändernden Zeichenprojektion wird gebündelt und erweitert durch Originalmusik auf dem fünfsaitigen Chin-Instrument. Mit dem Wind- und Tast- Spiel der Saiten greift der Musiker direkt in die visuellen Prozesse ein.
Uraufführung, 4. Oktober 2001 20 Uhr, Reaktorhalle München, Luisenstraße 37a




Aufnahmen aus ZEITBÄNKE, Ulrike Döpfer, Reaktorhalle, 4. Okt. 2001

Dieter Trüstedt, Ch’in-Instrument
Das moderne Instrument verfügt über 5 Stahlsaiten, einem speziellen
Tonabnehmer und einer sorgfältigen Verstärkung. Es werden die kleinsten
Schwingungen der Saiten hörbar gemacht. Die Möglichkeiten des Spielens,
Berührens, Anblasens, des Antastens, des Zupfens, des Streichens sind unbegrenzt.
Diese vollkommen natürlichen Klänge sind den elektronisch erzeugten
Klängen ähnlich. Auch das Rauschen, das gefilterte Rauschen, die Impulse,
die harten Töne sind in beiden Verfahren vergleichbar.
Die Arbeit mit dieser Überschneidung zwischen natürlichem und künstlichem
Klang ist eines der künstlerischen Elemente in ZEITBÄNKE.
Am 23. April 2001 fand im HörSaal der Luisenstr. 37a im Rahmen des 56. Montagsgesprächs ein Hearing statt - mit dem Thema: Die kulturelle Tätigkeit schöpferischer Künstler in München. Ausgehend von der Verfassung des Freistaates Bayerns wurde nach den Förderungen der Landeshauptstadt München als Kommune gefragt. Es wurde in diesem Hearing vor allem die Lage der Komponisten und Künstler angesprochen, die zwar hoch ausgebildet und künstlerisch befähigt und engagiert sind, nicht aber oder noch nicht zu den Spitzenkünstlern gehören. Zwischen Hochschule bzw. Akademie und der obersten Präsentationsebene liegt ein in Hinsicht der Entwicklung, der Identitätsfindung, der Forschung und des Experimentes entscheidendes künstlerisches Arbeitsfeld, das in den letzten 20 Jahren von der Stadt nicht beachtet und kaum gefördert wird.
Das Hearing hat die Problematik bestätigt.
Die wortgetreue Mitschrift zum Hearing ist unter www.echtzeithalle.de publiziert.
http://www.echtzeithalle.de/programm/montags/hearing2001protokoll.htm

Hearing 2001 am 23. Apr. 2001 im Hörsaal des Musiklabors Luisenstr. 37a.
Moderation: Michael Roßnagl (Siemens Kulturprogramm).
Am Podium: Dr. Wolf-Dieter Trüstedt (Echtzeithalle), Michael Zwenzner
(MGNM), Bernhard Weidner (A•Devantgarde) und Carl Christian Bettendorf (Ensemble
Piano Possibile).
Aufnahme: Bernhard Thurz
Als Folge des Hearing 2001 entstand das Musikprojekt
München. Dieses Projekt wurde von der Echtzeithalle initiiert
und wird von der MGNM, Münchner Gesellschaft für Neue Musik, als Partner
mitgetragen.
Ziel des Projektes ist es, die Lage der schöpferischen Komponisten und
Künstler in ihrer künstlerischen und kulturellen Arbeit
(Verfassung Artikel 140) in München zu verbessern.
Gespräche mit Kulturstadträten und mit der Kulturreferentin Lydia
Hartl fanden am 29. Okt. 2001 bzw. am 28. November 2001 statt. Es sieht so aus,
dass die Stadt das Musikprojekt München noch im Jahr 2002 auf
den Weg bringen und jährlich durchführen wird.
Ein vergleichbares Projekt läuft in Berlin: INM-Berlin, Initiative Neue
Musik, gegründet 1991, als Dachorganisation von Musikern, Freien Gruppen
und Veranstaltern, Komponisten, Einzelverbänden und Musikjournalisten.
Dahinter stand die Idee der Vernetzung, der Koordination, der Verbesserung
und Erweiterung von Aufführungsmöglichkeiten für Neue Musik in
Berlin : komponiert und improvisiert, konzertant, klassisch, experimentell,
minimal, elektronisch, multimedial, Klanginstallationen, Performances, Jazz
oder Rock.
Das Musikprojekt München ist dem sehr ähnlich, wird aber
wesentlich interdisziplinärer arbeiten. Vor allem die Verbindung und Vernetzungen
mit dem Tanz, dem Theater, der Bildenden Kunst, den Medien und den Wissenschaften
werden betont. Die künstlerischen Impulse der Zukunft werden in dieser
Richtung liegen.
Montagsgespräche im Musiklabor München
15jan01 44. Jutta Köhler Über das Neue 22jan01 45. Christine Söffing Synästhesie und Kunst 29jan01 46. Jörg Schäffer Internet-Recherche 5feb01 47. Carmen Nagel-Berninger Experimentelles Musiktheater 12feb01 48. Südafrikanische Klaviermusik mit Jill Richards Videodokumentation von Bernhard Thurz 19feb01 49. Frieder Schuller Der experimentelle Schubert 5mrz01 50. (ursprünglich als 48. Montagsgespräch geplant) Wolfgang Foag Musik und Bild 21mrz01 51. Ulrike Trüstedt Schöpfungslust 28mrz01 52. Ardhi Engl Maulwurfgesänge 26mrz01 53. Angela Dauber fragmentierte Wahrnehmung oder - wieviel Alltag braucht die Kunst? 2apr01 54. Dieter Trüstedt Abstrakter Film 9apr01 55. Norbert R. Stammberger Die Brüchigkeit des Klangs 23apr01 56. Öffentliches Hearing zur kulturellen Tätigkeit schöpferischer Künstler in München Schwerpunkt: Neue Musik und Musik-Performance 7mai01 57. Gruppe Echtzeithalle Nachbesprechung zum Hearing 14mai01 58. Jörg Schäffer Graphische Computermusik und algorithmisches Musik-Lichtspiel oder Wie klingt ein Punkt? 21mai01 59. Gruppe Echtzeithalle Herbstprojekte 2001 28mai01 60. Dieter Trüstedt Wie abstrakt ist eine Kreisfläche und wie abstrakt ist der Klang einer Saite? 11jun01 61. Volkmar Müller Wie klingt der Hörsaal 18jun01 62. Dieter Trüstedt Interrogations ein Bericht über die Zusammenarbeit mit Yoshi Oida 25jun01 63. Jörg Schäffer SuperCollider - eine Einführung


74. Montagsgespräch, Georg Janker: modulated works.
Das Gespräch zeigte die Möglichkeiten des akustische Kontrabasses
und der klassischen elektronischen Musik in direkter Verbindung oder
unabhängig.
Aufnahme: Dieter Trüstedt, Musiklabor, Luisenstr. 37a, 5. Nov. 2001
2jul01 64. Volkmar Müller / Dieter Trüstedt Der unbewegliche Holzstuhl akustischer Dialog und seine Projektion 9jul01 65. Hans Wolf Komponieren im Spannungsfeld zwischen Tradition und Experiment 16jul01 66. Dieter Trüstedt REX European house for analytical culture & laboratory for exploring new art fields Belgrad 24. Juni 2001 ein aktueller Kulturbericht 23jul01 67. Angela Dauber und Samuel Rachl schöne weite Welt Voraufführung und Diskussion 30. Juli 01 68. Was ist das, die Echtzeithalle? Gruppe Echtzeithalle 1okt01 69. Echtzeit 2001 Musik und abstrakter Film Die Künstler stellen ihre Projekte vor 8okt01 70. Jörg Schäffer Installationen im Einstein eine Retrospektive 15okt01 71. Gruppe Echtzeithalle Nachbesprechung Echtzeit 2001 22okt01 72. Michael Kopfermann Über Tonkörper Kommentierung neuerer Aufnahmen von Musik des PHREN-Ensembles auf präparierten Streich- und Blechblasinstrumenten 29okt01 73. Norbert R. Stammberger Spiritualität und freie improvisierte Musik 5nov01 74. Georg Janker modulated works 12nov01 75. Dieter Trüstedt Der Klang des Chin-Instrumentes 19nov01 76. Jörg Schäffer / Dieter Trüstedt Denkhaltungen beim Wahrnehmen und Verstehen der Wirklichkeit - ein Rating 26nov01 77. Dieter Trüstedt 3xVEXATIONS/SATIE 3dez01 78. Jörg Schäffer Genetic Art 10dez01 79. Ulrike Döpfer Aspekte des japanischen Nô Theaters 17dez01 80. Jutta Köhler Das Prinzip der Kohärenz in Physik, Sprache, Musik und Malerei.
Chairmusic, Wolf-Dieter Trüstedt / Volkmar Müller,
Bericht in Musik & Bildung, Praxis Musikunterricht, Nr 5, Okt./Nov. 2001,
Seite 32-35 mit Musikbeispiel auf der beiliegenden CD.
Diese Publikation dokumentiert das 64. Montagsgespräch einschließlich
der Musik-Mitschnitte.
genesis– sequence. one
jessica billeter alexander schilling dieter trüstedt hans wolf klaus kreitmayr
video-dokument bernhard thurz
reaktorhalle münchen 3. Oktober 2001
Varianten des Hörsaales
im Musiklabor, Gebäude Reaktorhalle München
im Musiklabor München Luisenstr. 37a zu einem Aufführungsort für
Musik-Performances, klassische Konzerte, Medien-Performance, experimentelles
Theater, Art Lectures. Die Echtzeithalle beteiligt sich intensiv an der Gestaltung
dieses Saales. Im Jahr 2003 soll der HörSaal umgebaut werden.
Die Fläche des HörSaales beträgt 14 x 14 m. Die Höhe beträgt
ca. 8 m. Der Saal hat vier Türen, zwei zum Treppenhaus und zwei zum Vorbereitungsraum.
Der Saal hat eine festinstallierte weiße Wand für Projektionen: 10
m breit und ca. 7 m hoch. Die Decke hat schräge Fenster und seit Dezember
2001 vier steuerbare Lüftungsfenster.
Die ersten Konzepte gingen von der Notwendigkeit einer Tribüne für
ca. 100 Besucher aus. In der weiteren Diskussion entstand die Idee, den Saal
nicht zu bestuhlen. Zur Zeit stehen zwei Konzepte:
Der Boden wird bühnenseitig 70 cm angehoben, so daß eine durchgehende
Fläche entsteht.
Der Boden wird bühnenseitig mit 15 cm hohem Bühnenboden belegt.
Ab Raummitte steigt der Boden (wie ursprünglich) zum Treppenhaus Niveau
an.

Hörsaal im ursprünglichen Zustand bis Jan. 2001. Sitzreihen (ursprünglich für 200 Studierende) sind jetzt ausgebaut.

Skizze Florian & Dieter Trüstedt, Jan. 2001. Boden geteilt: 7 m gerade & 7 m schräg. Tribüne mit Ausgängen in das nächste Geschoß

Skizze Architekt Volkmar Müller, München. Der Hörsaal mit schrägem Boden und Bühne. Catwalks für Licht- und Ton-Anlagen. Siehe: 61. Montagsgespräch: Wie klingt ein Hörsaal? 11. Juni 2001

Skizze der 2-Flächen-Lösung für den Hörsaal.
Alle Eingänge bleiben ebenerdig. Die beiden Haupteingänge oben führen
auf die Zuhörerfläche von 70 qm Größe. Die
beiden kleinen Türen unten führen über die ursprüngliche
Hörsaalfläche zunächst 4 m gerade, dann mit 7 % Steigung nach
oben direkt auf die Bühnenfläche (99 qm).
Die Montagerohre der Lichtanlange (4 Rohre à 6 m) umrahmen in ca. 6 m
Höhe die Bühnenfläche, ergänzt durch ein 5.
Montagerohr parallel zur Rückwand.
Der Hörsaal ist zur Zeit (Juni 2002) vorläufig fertig gestellt.
Die Bühne ist 40 cm angehoben gegenüber des ursprünglichen unteren
Niveaus.
Die Bühnenfläche beträgt 11 m Breite und 8 m Tiefe (44 Bühnenpodeste
mit 1 x 2 m).
Die Tribüne besteht aus 6 Flächen, jeweils 10 m (5 Podeste 1 x 2 m).
Jede Fläche liegt um 16 cm höher.
Mit jeweils 1 m Gang auf der jeder Seite der Tribüne ergeben sich 96 Sitzplätze.
Die Gesamtgröße des Raumes beträgt 14 m x 14 m. Die Höhe
beträgt 8,5 m.
Die Beleuchtung hängt an 6 Stangen jeweils 6 m.
Die Dimmerpacks sind außerhalb des Raumes.
Die Echtzeithalle e.V. als Träger des Pfingstsymposions
Samstag 2. Juni 2001 HörSaal im Musiklabor:


Djaouish Macholi Orchestra, be-free-music, Studierende am Richard-Strauß
Konservatorium München.
Violet CAB STREAM FIZZ, Gee Peltzer, Viola, Mitglied der Münchner Philharmoniker
und Michael Feller,
digital-live-electronic.

Feuilleton Süddeutsche Zeitung Pfingsten 2./3./4. Juni 2001
DER ECHTZEITHALLE
Abstrakter Film, pl, Die Techniken des Computers, der Datenprojektion und des Internet in Verbindung mit entsprechenden Computer-Programmen ermöglichen heute interdisziplinäre künstlerische Konzepte, wie sie im Bauhaus vor 80 Jahren unter anderem von Laszlo Moholy-Nagy konzipiert wurden. Es liegt einerseits eine Faszination in dem spielerischen Umgang junger „Webdesigner“ mit Elementen aus den zeitgenössischen Künsten: Musik, Klang, Sprache, Geräusch, Text, Schrift, Foto, Zeichnung, Grafik, Farbe, Helligkeit, Licht, Schatten, Form, Veränderung, Bewegung. Andererseits ist die technische Qualität der Projektion von Computer-Daten auf große Leinwände so weit fortgeschritten, daß der „abstrakte Film“ mit diesen Mitteln neu gedacht werden kann. Wir diskutieren unter diesem Aspekt den (abstrakten) Kurzfilm, die Formen seiner Musik, seine Projektion als Teil einer Performance und seine Präsentation im Internet.
Billeter, Jessica, f, 1968 in Zürich, 1986 -’88 Tanzausbildung in London, seither als Tänzerin & Choreographin an verschiedenen Theatern, seit 1998 am Ballett Nürnberg. In jüngster Zeit zunehmend Auseinandersetzung mit Bewegung & Text, Freie Projekte u.a. in Nagasaki - civitella d’agliano „the future of memory“ - erste Zusammenarbeit mit Alexander > Schilling für “Nachtschleife“ ein Albert Ostermaier Slam in der Bluebox des Schauspiels Nürnberg.
Brower, Peter, m, Peter Brower studierte an der Universität Kapstadt Bildende Kunst und Musik. Er war Pianist der Südafrikanischen Gesellschaft für zeitgenossische Musik in der auch Jill > Richards als Flötistin tätig war. Mit einen Postgraduate Stipendium für Bühnenbild studierte er weiter an der ENS des Arts Decoratifs, Paris, und der Kunstakademie Düsseldorf. Seit 1980 arbeitete er als Bühnen- und Kostümbildner in Deutschland, Österreich und der Schweiz. In 1995 wurde er mit dem Preis für die beste Theaterausstattung der Potsdammer Werkstatttage, in einer Produktion des Staatstheaters Hannover ausgezeichnet. Er entwarf auch Bühnenmusik für Theaterproduktionen am Schauspiel Frankfurt, Stadttheater Konstanz, Theater Festival d’Avignon, Münchener Theater Festival, und dem Volkstheater Wien.
chet, n, eine Ganzheit bildend, improvisieren Musiker, jede(r) mit den eigenen instrumentalen Möglichkeiten und Mitteln, zu einer fortlaufenden Bildprojektion in Echtzeit animierter und nach einfachen mathematischen Formlen erzeugter Computergrafiken
Dehio, Romo, m, geb. 7. 8. 1982, Computermusik, Cello, Schlagzeug, Videokünstler.
Döpfer, Ulrike, f, Tanzausbildung in München, Mitbegründerin des experimentellen metatheaters. Zusammenarbeit mit Jerzy Grotowsky, Yoshi Oida u.a. Seit 1990 internationale Gastspieltätigkeit als Schauspielerin. 1994 Stipendiatin des „Bunkacho Fellowship for Artist from Abroad“ in Japan. Regie- und Performancearbeiten.
Echtzeit-Ensemble, n, Zentrale Idee und gemeinsame Profession dieser interdisziplinär zusammengesetzten Gruppe ist ein starkes Interesse an der Kunst und an der Entwicklung von Überporüfungsverfahren aktueller Kunstbegriffe - ausgelöst durch eine Lust an der Realisierung von Ideen und Konzepten der künstlerischen Avantgarde. In den Fragestellungen, den Lösungs- und Artikulierungsansätzenden Formen der Präsentation und dem Einsatz von künstlerischen und technischen Mitteln gibt es keine Vorlieben. Die Gruppe ist bereit ihr Wissen und ihre Fähigkeitne bei der Realisierung von Ideen anderer Künstler und Künstlerinnen in Kooperation einzusetzen. Es ist ein philosophisches Ensemble, das in „seltsamen“ Jetztbereichen operiert.
Echtzeithalle, f, Ziel des Projektes Echtzeithalle ist es, sich als international anerkannten Ort zeitgenössischer Musik und Kunst zu etablieren, der die kulturellen Entwicklungen der Gegenwart und Zukunft mitbestimmt. Zentrale Aufgabe der Echtzeithalle ist die Realisation von Musikprojekten unter dem besonderen Aspekt der interdisziplinären Zusammenarbeit mit allen Bereichen der Gegenwartskunst.Die Projektgruppe Echtzeithalle erforscht die Jetztbereiche der Kunst. www.echtzeithalle.de (Bernhard Thurz)
Echtzeithalle e.V., m, gegründet 5. Juli 1999 in München - von sieben Künstlern, Musikern und Ingenieuren der Gruppe Experimentelle Musik und Kunst (seit 1993) im Rahmen ihres Projektes > Echtzeithalle im Einstein München (1995 - 2000). Zweck des Vereins ist die Förderung von Gegenwartskunst, besonders im Bereich der Experimentellen und Neuen Musik unter Einbeziehung von Tanz, Theater, Literatur, Bildender Kunst und Neuen Medien, auch in interdisziplinären, multimedialen und multikulturellen Formen. Dieser Zweck wird erreicht durch die Erarbeitung, Einstudierung und Aufführung von Kompositionen, Inszenierungen, Installationen und anderen Darstellungsformen zeitgenössischer Kunst und Musik, die im > Musiklabor, sowie in ähnlichen Veranstaltungsorten in München und anderen Städten stattfinden. Weiterer Zweck des Vereins ist die Förderung von Kunst und Wissenschaft. Dazu gehört der Aufbau eines Musiklabors in München mit den Aufgabenbereichen Klangforschung, Entwicklung neuer Musikinstrumente, Entwicklung neuer Kompositions- und Performance-Techniken, Computermusik, Neue Medien, wobei auch die Zusammenarbeit mit Musikhochschulen, Universitäten, Kunstakademien etc. angestrebt wird. Zu diesem Zweck gehört auch die Dokumentation und Veröffentlichung der künstlerischen, kunstwissenschaftlichen und kulturpolitischen Arbeiten des Vereins. Ergebnisse aller Arbeitsbereiche werden in Form von Zwischenberichten, Festivals, Symposien und anderen Veranstaltungsformen an die Öffentlichkeit gebracht. Der Verein kann sich im übrigen mit allen Fragestellungen befassen, die mit zeitgenössischer Kunst und Musik zusammenhängen. Die Echtzeithalle e.V. ist eine gemeinnützige, besonders förderungswürdige Körperschaft für kulturelle Zwecke. Das Girokonto der Echtzeithalle e. V. ist bei Stadtsparkasse München: 88110374 (BLZ 701 500 00). Spendenbestätigungen werden für jeden Betrag ausgestellt. Adresse: c/o Dr. Wolf-Dieter >Trüstedt, Agnesstr. 39, 80798 München, Tel. 089 / 2721856, Fax 089 / 2717330, dieter.truestedt@echtzeithalle.de
Echtzeithalle, die Gruppe, f, arbeitet seit 1993 an Projekten der Experimentellen Musik und Kunst: Graphischen Computermusik (1993-94), Video-Installationen und experimentelle Computermusik (1995-96), Farblichtmusik- und Tanz (1996), Klang- und Licht-Installationen (München, Einstein 1997), Installationen und Performances (Events im Einstein, 1997), Experimentelles Musiktheater und Licht- und Klang-Installationen (Einstein, 1998), Gründung der > Echtzeithalle, Konzert, Installationen, Kunst-Objekt (Einstein, 1998), interdisziplinäre Projekte Musik und Kunst, Ausstellungen (Einstein, 1998 - 99), Akustische Kunst und Computer, Musiktheater (Einstein, 1999-2000), > Montagsgespräche (seit 1999 im Einstein und seit Herbst 2000 im > Musiklabor), Projekt Echtzeit 2000 mit Performances und Ausstellungen (Einstein, 2000) Die Gruppe Echtzeithalle war Gastgeber: Ruth Geiersberger, Angela Dauber, Clemens Merkel, Joseph Gallus Rittenberg, Cornelie Müller, Valeri Scherstjanoi, Micha Purucker, Amos Hetz u.a.) Die Professionen der „Gruppe Echtzeithalle“ sind wie die künstlerischen Konzepte: Musik, Tanz, Theater, Physik, Biochemie, Medizin, Ingenieurwissenschaft, Computertechnik.
Foag, Wolfgang, m, *27. 4. 1953 in München, während der Schulzeit Klavierunterricht, 1972-1977 Mathematik-Studium an der Technischen Universität München, seit 1978 Software-Entwickler bei Siemens, 1973 erste Klangcollagen mit selbstgebauten elektronischen Tonerzeugern, seit 1985 Solo-Synthesizer-Produktionen im eigenen „Studio Lupus Polaris“, seit 1986 Mitglied des Ensembles „Négligé - electronic underwear“, 1988-1991 Négligé-Konzerte (Live-Elektronik und Live-Computer-Musik) und Veröffentlichung der Négligé-CD „Pränatal-Inferno“, seit 1991 Mitwirkung bei den Six-And-More-Sessions und der ersten Six-And-More-CD „Do Not Open“, seit 1993 Computer—Musik-Projekte auf Atari (Strich-zeichnungen) und PC (Wave-Improvisor). 1995 Klanginstallation „Dauerwelle“ im Rahmen des „Tags für experimentelle Computermusik“ im Freien Musikzentrum München. 1997 Klang- und Lichtinstallationen „Reflexion-Brechung-Beugung“ im Rahmen der “Installationen im Einstein“ Beteiligung an Film-Musiken, Cassetten-Platten- und CD-Samplern (z. B. Syntonic Waves), Veröffentlichung eigener Tapes (z. B. Orient-Suite, Lonesome Beach)
Förderverein Echtzeithalle e.V., m, Zweck des Vereins ist die Förderung von Kunst und Kultur, insbesondere die Förderung von Projekten zeitgenössischer Kunst, die in der >Echtzeithalle entstehen oder aufgeführt werden. Dazu gehören Musik, Tanz, Theater, Bildende Kunst, Literatur, Performance und Neue Medien auch in interdisziplinären und multimedialen Formen. Der Förderverein Echtzeithalle e.V. ist eine gemeinnützige, besonders förderungswürdige Körperschaft für kulturelle Zwecke. Das Girokonto des Fördervereins Echtzeithalle e.V. ist bei Stadtsparkasse München: 908122138 (BLZ 701 500 00). Spendenbestätigungen werden für jeden Betrag ausgestellt. Adresse: Luisenstr 37a, 80333 München,joerg-schaeffer@gmx.de
Genesis, f, - sequence.one, pl. ungebr., Erste gemeinsame Arbeit von Jessica > Billeter, Alexander > Schilling, Wolf-Dieter > Trüstedt & Hans > Wolf. Annäherung an die Schöpfungsgeschichte. erst ein Anfang & nicht erschöpfend. ein naiv chronologischer Versuch über 7 Tage in 7 x 7 Minuten. Die Cinemathographischen Elemente, die Musik, der Text, sowie Licht und Bewegung von Genesis-sequence.one wurden unabhängig voneinander in München & Nürnberg entwickelt, um dann unmittelbar im leeren Raum der > Reaktorhalle einen gemeinsamen Assoziationsrahmen zu finden.
Genetic Art, f, Genetic Art versteht sich als Spezialisierung der Scientific Art, deren Ziel die ästhetische Überprüfung wissenschaftlicher Sachverhalte ist. Genetic Art läßt sich von mehreren Seiten her definieren: 1. Genetisches bzw. gentechnisches Arbeitein, wie z.B. Klonieren kann als ästhetischer Vorgang zur Erzeugung einer besonders „schönen“ Nukleotidsequenz, eines besonders „schönen“ Proteins, eines besonders „schönen“ biochemischen Regelkreises oder eines besonders „schönen“ Lebewesens aufgefaßt werden. Die Vermittelbarkeit der Ergebnisse und die ethischen Implikationen bleiben zunächst unberücksichtigt. 2. Die Nutzung biologischer Äusserungsformen genetischer Information (z. B. Fingerabdrücke, Haar-, Hautfarbe oder -falten etc.) als künstlerisches Material. 3. Die Nutzung der Formangebote geneticher Information. Die vorliegenden Vertonungen > protein, viroids & viruses, beziehen sich auf diesen 3. Punkt. Materialvorgabe dabei sind die in der wissenschaftlichen Literatur vorfindbaren Nukleotid- und Proteinsequenzen, die als Buchstabenketten variabler Länge (von ca. 300 bis einige Mllionen) publiziert werden.
Götz, Michaela, f, Schulmusik- und Blockflötenstudium an der Musikhochschule Würzburg. Privates Gesangsstudien bei Jürgen Nennemann und Selma Aykan (Sopranistin an der Oper Istanbul). Stimmbildnerin für Chorensembles. Künstlerische Tätigkeit im Ensemble für Alte und Neue Musik, Improvisierte Musik, sowie Tanz und Körperausdruck
Herrmann, Gabriele, f, geb. 1944, Studium der Feinwerktechnik. Seit 1988 experimentelle Musik mit Dieter und Ulrike > Trüstedt, Angela Dauber, Gruppe Gegenstand, Kurse bei Limpe Fuchs in freier Improvisation
Hermesprojekt, n, Das Hermes-Projekt knüpft in moderner Form an die Tradition des Stummfilms an: Improvisierte Musik wird von projizierten bewegten Bildern einer live-Video-Kamera begleitet. Bilder und Musik sind teilweise vorbereitet entfalten sich vollständig jedoch erst im Moment des Zusammenspielens. Hören und Sehen werden im Hermes-Projekt in ihren ursprünglichen Formen angesprochen: Die Musik langsam, spärlich, klangbewußt, im Zusammenspiel sich nähernd und entfernend, die Bilder assoziativ, sprunghaft, schillernd und verlockend erklären und verbergen gleichzeitig Musik und Situation. Die narrative Schicht wird durch das Entsaften einer Ananas eingezogen. So wird die zuweilen dissoziative Situation, realitätsbezogen durchbrochen. Die Welt von Hermes: Ahnung, Hoffnung, Wunsch und Gier und ihre Auflösung sind Thema der Performance.
Jäger, David, m, geb. 13. 11. 1967, klassische Instrumentalausbildung am Saxophon bei Andre Legros, Richard-Strauss-Konservatorium. Konzerttätigkeit im Saxophonquartett Con Tempo und mit piano possibile. Improvisationen in freier und neuer Musik.
Lanius, Stephan, m, Kontrabaßstudien in München und Detmold. Berufstätig in mehreren profilierten Orchestern (BR u. a.). Theaterfortbildungen an verschiedenen Theater- und Schauspielschulen. Engagements an Jazz-, Improvisations- und Theaterensembles. Zur Zeit freiberuflich in München tätig.
Montagsgespräche der >Echtzeithalle im Musiklabor, pl, seit 1999, sie sind öffentlich und finden wöchentlich im Hörsaal des Musiklabors der Hochschule für Musik und Theater in München statt und werden von > Echtzeithalle e.V. organisiert. Die ausgewählten Themen der Impulsvorträge sind aus erster Instanz, also von Beteiligten - vor allem Künstler. Die Montagsgespräche thematisieren weniger die Inhalte der zur Zeit populären Event- und Hochglanzkultur als vielmehr die Kunst als Werkzeug der Erkenntnis und des Verstehens unserer Welt - ein anspruchsvolles Werkzeug, das wir durchaus als gut gepflegt und geschärft verstehen, das dennoch jederzeit in seiner Funktions- und Wirkungsweise hinterfragt, neu durchdacht und vor allem eingesetzt werden muss.
Musiklabor, n, der Hochschule für Musik und Theater München, Luisenstr. 37a/Ecke Gabelsbergerstr. Als Grenzstein im Westen der Münchner Museumsmeile entsteht das Musiklabor mit seinen Instituten und vor allem mit der Reaktorhalle (Musik- und Theater-Performances der Gegenwart) und dem Hörsaal. Das Musiklabor gehört heute zur Hochschule für Musik und Theater München. Das Gebäude selbst wurde 1953 „als „Laboratorium für technische Physik“ erbaut und gilt als „Keimzelle der Nuklearen Festkörperphysik“ in Deutschland. Das Gebäude ist heute streng denkmalgeschützt.
Pirkmayer, Randolf, m, 1942 - 1956 Jäger und Sammler/Geige/humanistisches Gymnasium. 1956 -1963 Schilehrer und Bergrennen/Bildergalerie. 1963 - 1970 Architekt Dipl. Ing./experimentelle Musik Einstein Wien. 1970 - 1977 Architekt in München, Teheran, Jiddah. 1977 - 1984 Sarangi/Benares, Gründungsmitglied des FMZ München, Modellbauatelier, Gamelan Cara Bali, Entwicklung und Realisation von Instrumentenbaukursen. 1984 - 1991 Experimentelle Musik, Aufführungen im Haidhausen Museum, TU-Mensa, Gongbaukurse, 1991 - 1998 Lehrauftrag Entwerfen FH Rosenheim, Klangobjekte, Installationen, Akustik -Performances, Grafik-Ausstellungen experimentelle Kunst, Aufführungen im FMZ, > Echtzeithalle, Akademie Tutzing, Gründungsmitglied des > Echtzeithalle e. V.
protein, viroids & viruses, mix, Vertonung einer Proteinsequenz, infektiöser ringförmiger RNA-Moleküle (sog. Viroide) sowie plasmidischer und viraler DNA-Sequenzen für 1 und 2 Klaviere von Jörg > Schäffer. Die meisten der insgesamt ca. 35 dargebotenen Stücke werden uraufgeführt. Spieler: Jill > Richards und Peter > Brower. Die Stücke sind ein Beitrag zur > Genetic Art. Im Vertonungsvorgang werden die Ketten zunächst segmentiert. Dabei wird bereits ein Zeitschema erhalten in dem die “individuellsten“ Segmente zuerst, die „allgemeinsten“ Segmente der Sequenz zuletzt angeordnet sind. In einem zweiten Schritt werden sehr kurzen Nukleotid-Folgen (2, 3 oder 4 sog. Basen) charakteristische Intervalle bzw. Intervallfolgen zugewiesen. Die jeweilige Intervallrichtung und die Dynamik des Stückes - zentrale Gegenstände der künstlerischen Auseinandersetzung - werden nach tonalen, musikdramaturgischen und instrumentalen Gesichtspunkten und Grenzen festgelegt.
Relais, n, Gespräche im Foyer zwischen und nach den Aufführungen - eine offene Form des klassischen Symposiums.
Reaktorhalle, im > Musiklabor, München, f, Die Reaktorhalle hat eine Grundfläche von 450 qm (ca. 15 mal 30 m) und eine Höhe von ca. 15 m). Die Wände, die Decke und der Boden sind aus Beton und vollkommen eben - mit Ausnahme von 3 Rängen auf der Stirnseite. Die Atmosphäre einer Maschinenhalle ist zwar für klassische Konzerte schwer vorstellbar, regt aber sehr an für Projekte aus den Bereichen der zeitgenössischen Musik- und Theaterperformance, der experimentellen Musik und der Medienkunst. Zur Zeit wird die Reaktorhalle für Aufführungen ausgebaut (Tribüne, Sitzplätze, Licht- und Ton-Anlagen).
Richards, Jill f, Jill Richards studierte an der Universität von Kapstadt Flöte und Klavier. Als Trägerin verschiedener Preise, studierte sie am Royal College of Music, London und setzte ihr Studium in den USA und in Portugal fort. Sie hat mittlerweile zahlreiche Aufnahmen im Südafrikanischen Rundfunk eingespielt und hat an der Universität Witwatersrand, Johannesburg, Klavier unterrichtet. Ihr Interesse gilt der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts, besonders der Musik Südafrikas und des afrikanischen Kontinents. Ihr wurden zahlreiche Werke gewidmet, und sie hat viele südafrikanische Stücke uraufgeführt. Sie hat mehere CDs mit zeitgenössischer Musik eingespielt; die letzte Einspielung, „cicada“ von Kevin Volans, erschien in London in April 2000. Ihre Konzerttätigkeit führte sie in die USA, nach Russland, den Fernen Osten, und mehere Länder Europas.
Schäffer, Jörg, m, geb. 1959 in Bielefeld, Biochemiker und Komponist: scientific art und explorative Kunst und Musik, interdisziplinäres Arbeiten mit kybernetischen Methoden, Information als künstlerisches Material, Instrumentalimprovisationen, Musik für Theater-, Tanz- und Videoproduktionen. Gründungsmitglied des > Förderverein Echtzeithalle e.V. und des > Echtzeithalle e.V.
Schilling, Alexander, m, *1969 in Mannheim, Studium der Zeitgeschichte & Philosophie in Mannheim & Baltimore, USA, seit 1995 Tätigkeit als Regisseur & Autor in Mannheim-Ludwigshafen & Nürnberg, Projekte u.a. mit dem Industrietempel Mannheim im Landesmuseum für Technik & Arbeit sowie in der alten Wäscherei Neckarau - erste Zusammenarbeit mit Jessica > Billeter für “Nachtschleife“ ein Albert Ostermaier Slam in der Bluebox des Schauspiels Nürnberg
Schrift-Laut-Musik, pl, In der Schrift-Laut-Musik werden Schrift- und Lautcharaktere nicht unabhängig voneinander, sondern simultan, im Verlauf einer bimedialen Aktion aufgeführt. In dem früheren Projekt “Sprechschriftbilder“ war während und nach der Aktion jede Korrektur ausgeschlossen. In dem vorliegenden Projekt der Schrift-Laut-Musik werden die Vorgänge „Schreiben“ und „Löschen“ gleichwertig eingesetzt: Was auf weißem „Papier“ der schwarze Stift ist, wird auf schwarzem Papier der “Radiergummi“ und umgekehrt. Auch der Prozeß des „Auflösens“ einer “fertigen“ Zeichnung durch sukzessives „Radieren“ kann Bestandteil der Arbeit sein. Schrift-Laut-Musik basiert auf Konzepten, die nur vom Autor selbst realisiert werden können, das heißt: Jeder Text vergegenwärtigt bestimmte, nur für ihn charakteristische Beziehungen zwischen Schrift und Laut. Jede konkrete Bildfassung protokolliert auch, wie sich lautliche und schriftliche Fixierung gegenseitig beeinflussen. Schon deshalb kann das Resultat einer Dimension nicht ohne das der anderen entstehen. Der Laut, das gesprochene Wort oder das erzeugte Geräusch, wird über Mikrofon und Lautsprecher in die Reaktorhalle übertragen. Der Prozeß des Korrigierens hat hier eine andere Bedeutung. Der gesprochene Laut kann nicht zurückgenommen, d.h. gelöscht werden. Die Schrift-Aktion wird sequenziell in diskontuierlichen Zeitabständen im Computer gespeichert. Es kann also während der Aktion auf vorhergehende “Bilder“ zurückgegriffen werden, um an diesen weiterzuarbeiten. Durch das Abspeichern entsteht eine große Menge an Zwischenstufen der Bilder, die in einer späteren Arbeit zusammen mit den kontinuierlich mitgeschnittenen Lauten zu einem eigenen „Film“ verarbeitet wird.
Spiesser, m, Die Revolution des Spiessers (oder: Loaßt mia mai Ruah) Der Begriff Spiesser kommt aus dem Mittelalter. Damals verstand man darunter einen Bürger, der nur mit einem Spiess bewaffnet war. Eine Musikperformance mit dem Trio Superstrada: Stephan > Lanius, Michaela > Götz und Hans < Wolf
Sprechschriftbilder, pl, (Hans Rudolf > Zeller), existieren nur in der Fassung für Blatt und Kassette (oder CD)“, sind also im Gegensatz zu allen Texten in Buchform von Anfang an bimedial konzipiert. Daher gibt die Publikationsform Blatt - Kassette stets die Konstellation ihrer Realisierung wieder. - Wie in den Sprechschriften für Diascriptor und Stimme werden in den Sprechschriftbildern Schrift- und Lautcharaktere nicht unabhängig voneinander, sondern simultan, im Verlauf einer bimedialen Aktion fixiert, dürfen daher nach dieser Aktion nicht korrigiert werden. Denn jeder Realisationsversuch ist zugleich ein radikal zeitbedingtes Protokoll (einer Aktion), das durch nachträgliche Retuschen „außerhalb“ der Aufnahme- und Aufzeichnungsbedingungen nur verfälscht würde. Daher repräsentiert die Kassettenaufnahme immer auch die Realisationszeit eines Sprechschriftbildes, allerdings nicht des zugrundeliegenden Konzepts, dessen Formulierung vielleicht Jahre in Anspruch genommen hat. Sprechschriftbilder basieren auf Konzepten, die nur vom Autor selbst realisiert werden können. Das heißt: jeder Text realisiert oder vergegenwärtigt bestimmte, nur für ihn charakteristische Beziehungen zwischen den beiden Dimensionen Schrift und Laut; - das heißt aber auch Unsicherheitsfelder, die selbst der Autor nicht immer durch eindeutige Zuordnungen, zum Beispiel eines Schreibgeräuschs zu einem Zeichen, beseitigen kann. - Denn jede konkrete Bildfassung protokolliert ja auch, wie sich lautliche und schriftliche Fixierung gegenseitig beeinflussen. Schon deshalb kann das Resultat einer Dimension nicht ohne das der anderen entstehen. - Bimediale Lektüre eines Sprechschriftbildes bedeutet daher stets auch Rekonstruktion, Synchronisierung der beiden Dimensionen, also von Schrift- und Hörereignissen.: Installationen im Foyer der > Reaktorhalle
Trüstedt, Wolf-Dieter, m, geboren 1939 in Berlin. Studium der Physik und 1969 Promotion bei Prof. Maier-Leibnitz. Forschungsarbeiten am Physikdepartment der Technischen Universität München bis 1973. Seit 1973 freiberuflich als Forscher am und Künstler mit dem Material Klang und Licht - und allgemeine Kulturarbeit. Entwicklung von elektronischen und akustischen Musikinstrumenten. 1973 - 1981 Stipendium der Engelhorn-Stiftung zur Pflege und Förderung der Kunst. Produktionen u.a. mit Ulrike Trüstedt, Angela Dauber, Tanzprojekt München und Yoshi Oida, Paris. Aufführungen u.a. 1971 Experimenta 4 Frankfurt, 1971 Internat. Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt, 1973 u. 1978 IGNM Weltmusiktag Holland u. Finnland Schweden, 1973 Städt. Galerie Lenbachhaus München, 1977 Europalia Brüssel, Stedeljik Museum Amsterdam, 1980 Musik unserer Zeit WDR Köln, 1984 Pro musica nova Rundfunk Bremen, 1984 Phänomena Zürich, 1990 u. 1991 Zentrum für zeitgenössische Musik Dresden. Aufführungen mit Yoshi Oida in Berlin, Rom, Basel, Köln, Bologna, Freiburg, Kampnagel Hamburg, Los Angeles, Black Box München, ICA London, Festspiele Ludwigsburg, Brüssel, New York, Berliner Ensemble, Mexiko, São Paulo, Verona. Kunst- und Lichtkunstprojekte im öffentlichen Raum in München, Erlangen, Berlin, Amsterdam, Utrecht, Ulm und Stuttgart. Lehraufträge an der HdK Berlin und der Universität Ulm. Vorträge (u.a. Ars Electronica Linz, Goethe-Institut Rom, Internat. Künstlersymposium Ulm) und Publikationen (u.a. Ravensburg, DuMont Köln, Universität Ulm).
Wolf, Hans, m, absolvierte nach einem Klavierstudium incl. Meisterklasse bei Professor Picht-Axenfeld in Freiburg ein Aufbaustudium in Musiktheorie, Improvisation, neuer Musik und Liedbegleitung an der Musikhochschule, Jazz und Arrangement am Konservatorium und FMZ in München Teilweise parallel dazu führte er ein komplettes Medizinstudium durch und arbeitete anschließend als Arzt in der Hirnforschung. Derzeit wieder ganz der Musik zugewandt sind sein Repertoire und seine musikalischen Aktivitäten breit gefächert. Sie reichen von Soloprogrammen aller Epochen, auch als Gesprächskonzerte, über (Ur-)Aufführungen zeitgenössischer sowie eigener Musik, Musikkabarett und Musiktheater, -performance, Life-Stummfilmimporovisation bis hin zu Aufträgen als Arrangeur für Bigbands, Hörspiele, Modeschauen, Kunst- und Literaturvertonungen; Tätigkeit als Klavierpädagoge mit neuen kreativitätsbetonten Konzepten; Anstellungen als Musikschullehrer, Barpianist und Korrepetitor; Entwicklung und Leitung von Improvisations- und Kompositionskursen. Er ist Mitglied bekannter Ensembles: Haggard (Medieval Metal), N.I.E. (New Improvisors Ensemble), Fractals und Trio Animali (neue Musik mit G. Geisse (g) und L. Hahn (vl)), Trio Superstrada (polystilistisches Musiktheater mit S. > Lanius (b) u. M. > Götz (voc)), Ensemble f. neue Musik, München.
Zeitbänke fpl,Im Projekt Zeitbänke wird seit 1977 das Zusammenspiel von abstrakten Lichtprojektionen mit Originalmusik und Tanz unterucht. Die immer neuen Versuchsanordnungen - im Mittelpunkt steht diesmal ein filmisches Element: schwarz-weiße Zeichen, die sich sukzessive verändern - bilden das künstlerische Ausgangsmaterial. Dieser „ > abstrakte Film“ kann als Partitur für Musik und Tanz verstanden werden. Drei Grundzeichen bestimmen die Aufführung: Die Vertikale: Linie, Spalt (griech.: Spalt, Abgrund = Chaos), Säule Öffnung. Die Horizontale: Strich Balken Landstrich, Land, Trennung zwischen Himmel und Erde. Das Quadrat: Feld, Fenster, Kreuz, Koordinatensystem (chin. Zeichen = das Denken) Der Wandel der Zeichen und das Kippen in neue Bedeutungen geschieht zyklisch und bildet den Gegenpart zum Tanz. Die Choreographie bezieht ihre Spannung aus dem unmittelbaren Reagieren der Tänzerin auf die Zeichen und das gleichzeitige Brechen und Neugestalten der Bilder durch extrem langsame Bewegungsabläufe. Der Rhythmus der sich verändernden Bilder wird gebündelt und erweitert durch Originalmusik auf dem fünfseitigen Ch’in-Instrument. Mit dem Wind- und Tastspiel der Saiten greift der Musiker direkt und konzentrierend in die visuellen Prozesse ein. Musik und Tanz sind gleichberechtigt und ermöglichen ein gegenseitiges „Erkennen“.
Zeller, Hans-Rudolf, m, Geboren 1934 in Berlin. Studien in Freiburg und Köln. Seit 1959 Essays, Artikel, Sendungen, Übersetzungen und experimentelle Texte. Mitarbeiter der Schriftenreihe „Musik-Konzepte“ und der „Zeitschrift für experimentelle Musik“. Editionen: Schnebels „Denkbare Musik“ (1972) und „Cage Box“ (1979). Xenakis-Ausstellung in Bonn (1974). Veranstaltungsreihe über „Musik der anderen Tradition“ (Bonn 1981), über das Gesamtwerk von Alban Berg (Kalkutta 1985 / München 1986), über Edgar Varese und Ferruccio Busoni (Sofia 1994). Entwurf einer kinematologischen Literatur in verschiedenen Dimensionen: Textbänder-operative Texte-Hand-Schriften-Versuche für Sprechorgane u.a. Blablamata (1963), kinem „kontexte“ (1965), kinem X. Seit 1976 Medienkompositionen (Marx-Mill, Schallplattenmusik) sowie Sprech-Schriften und Stücke für Stimme(n) und Diascriptor(en) (u.a. DENKFIGUR, DIA-LOG, Essay über Klänge, ohne abzusetzen, Klavierartikulation). In den 90er Jahren Vortragsreihen über werkspezifische Mikrotonsysteme und Modelle der Medienkomposition. “Husserl-Töne“ für Sprecher und Diaprojektionen. Arbeiten zum Projekt “Schrift-Laut-Musik“ mit Videoproduktionen („Scriptophonie“). 1999 Sendereihe über „Kriterien der experimentellen Musik“.