Musiklabor
Herbst 2006
Do 28. / Fr 29. /
Sa 30. September 2006
inszeniert von der
Echtzeithalle e.V.
in der Reaktorhalle und dem Carl Orff Auditorium
München, Luisenstr. 37a
hier: Do 21.30 Uhr Carl Orff Auditorium
ENSIFERA
Computer-Audifikat mit Klavierspiel und Tanz-Bewegung
Dieter Trüstedt, Pd-Computermusik
Hans Wolf, Klavier
Sonja Hafenmayer, Tanz-Bewegung
Grillen bellen wie Hunde -
Zikaden sind Meister der Granularsynthese.
Das Klavier ist wohl temperiert.
Die Fühler fühlen.

Grille, ein Zirp, 29 msec

Zikaden-Grain, 4 msec

Klavier-Kammerton-a1, 441 Hz, 1.5 sec

Laptop-Oberfläche für das Live-Spiel im Konzert
Presets für die 5 Sätze.
Stopuhr bzw. Recorder (2-, 3- oder 4-kanalig je nach Aufnahme-Anordnung für
das Klavier)
Die 3 "Zikaden" sind jeweils 24-stimmig - als dreifaches Spiel-Register.
Die metro-Unterprogramme ermöglichen automatischen Anschlagen der Tasten
- in der Reihenfolge und im Zeitmaß des Aufrufs per Taste oder Maus.
Ansonsten wird auf den Tasten gespielt - dreimanualig.
Die verschiedenen Tonskalen beziehen sich auf die Midi-Belegung der Tasten -
auch gebrochene Midiwerte aller Couleur.
In den Grillenboxen sind die ca. 40 Samples, natürlich bzw. bearbeitet.
Es kann mit 3 verschiedenen Samples gleichzeitig gespielt werden (d.h. 3 Register).
Das Tastaturprogramm registriert liegengebliebene Tasten. Laut- und Leise-Spiel
geschieht durch langen oder kurzen Anschlag (bei Attack >100 etc.).
Natur-Material und Landschaften

Foto: Dieter Trüstedt, la Boriette, Frankreich, 20aug06.
So sieht die Sängerin, die Grille, hierzulande aus.
Die Töne sind sehr hoch und kaum zu orten (mit meinen Ohren).
Die Grille bewegt beim Zirpen den ganzen Körper, er wird größer
und kleiner.
Es heißt, sie schieben einen Flügel unter den anderen - dabei entsteht
der Ton.
Und es heißt, dass Grillen auch im Duett musizieren. Deshalb ist bei den
Aufnahmen synchron zum lauten Ton ein zweiter, leiserer Ton, offenbar der einer
zweiten, entfernteren Grille.
Auf jeden Fall klingen die Töne, nachdem sie um 3 oder 4 Oktaver tiefer
gesetzt sind (durch entsprechend langsameres Abspielen im Pure Data Programm)
wie Hundegebell.
Eine oder zwei Oktaven tiefer erzeugen ein Zwitscher, wie bei Meisen bzw. größeren
Vögeln.
Die Fühler der Grillen sind tatsächlich sehr lang, so lang wie der
gesamte Körper.
Daher der Name Langfühlerschrecken.
Die Ohren sollen in den Oberschenkeln der Vorderfüße untergebracht
sein. Durch Richtungsändern der Füße, können die Grillen
den Ton der Mitsängerin sehr gut orten - heißt es.

Bild / Entwurf für CD
Provenzalischer Esel und Ensifera
Dieter Trüstedt, Computermusik und Hans Wolf, Klavier
Der Weg von la Boriette über Prade.

Die Landschaft der Grillen, von der la Boriette, am Morgen 20aug06.